November 21, 2018

Arbeiten in der Bürobox – so werden Grossraumbüros wieder attraktiv.

Seit Jahrzehnten schwankt das Konzept des Grossraumbüros zwischen Abgesang und Wiederauferstehung. Die einen feiern es als Motor für ganzheitliche, kreative Zusammenarbeit und Kommunikation. Die anderen sehen darin eine permanente Ablenkung, die Konzentration und Produktivität untergräbt. Doch hinter jedem grossen Dilemma steckt eine grossartige Idee. Hier liegt der Fokus auf Brain-Cells, Work-Lounges, Telefonkabinen oder Fokus-Räumen.

Arbeiten in der Bürobox – so werden Grossraumbüros wieder attraktiv.

Bevor wir auf die einzelnen Bürokonzepte eingehen, lohnt sich ein Blick auf den Hintergrund. Seit dem 16. Jahrhundert basieren Planung und Aufteilung von Büroflächen auf den Zellenbüros der Florentiner Uffizien. In vielen Industrieländern ist dieses Konzept mittlerweile veraltet, da es Hierarchie und Bürokratie fördert, Kommunikation und Zusammenarbeit erschwert und räumlich sehr unflexibel ist. In Deutschland gehören Zellenbüros jedoch nach wie vor zu den beliebtesten Büroformen, da die Mitarbeitenden dort mehr Privatsphäre sowie Ruhe geniessen.

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Ironischerweise können die Uffizien auch als Geburtsstätte des Grossraumbüros betrachtet werden. Die Florentiner Banken verfügten neben den Zellenbüros für das Management über grosse Säle. Hier wurden alle Routineaufgaben so effizient wie möglich erledigt – das war das Einzige, was von den Arbeitenden verlangt oder erwartet wurde. Der Grund, warum sie in einem grossen offenen Raum sassen, ist noch heute eines der Hauptargumente für ein Grossraumbüro: Es ist deutlich kostengünstiger. Doch die Aufgaben und Anforderungen an die Mitarbeitenden haben sich gewandelt. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden sie schliesslich nicht mehr nur als „billige Arbeitskraft“ gesehen, sondern zunehmend als „Wissensarbeiter“, die ihr Wissen und Potenzial in das Unternehmen einbringen.

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Open plan offices
Globant Office in Bogota

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Der Durchbruch im Büro

Die Idee eines offenen Büros (im modernen Sinne) wurde ab etwa 1960 in Deutschland diskutiert. Die in Hamburg entwickelte „Bürolandschaft“ sollte eine neue räumliche Struktur mit kurzen Kommunikationswegen schaffen, um den Ideenfluss und die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zu erleichtern. Das Konzept wurde immer beliebter und verbreitete sich über Ländergrenzen hinweg, von Ingenieurbüros und Think Tanks bis hin zu anderen Geschäftsbereichen.

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Heute verfügen etwa 70 % der US-Büros über offene Büroflächen. Und der Trend zum offenen Arbeitsplatzdesign geht noch ein paar Schritte weiter, wie auch unser Leitfaden zur Bürogestaltung zeigt. Unternehmen wie Google und Yahoo haben ihre Strukturen und Räume noch weiter „geöffnet“ und setzen auf eine freie Wahl des Arbeitsplatzes ohne feste Räume und Schreibtische, wobei Ordnung dennoch eine entscheidende Rolle spielt. Nichts soll der wachsenden Zusammenarbeit, der organischen Kommunikation und der daraus resultierenden Kreativität im Wege stehen. Die weiteren Vorteile von Grossraumbüros liegen auf der Hand. Wenn Sie ein Problem haben, sitzt die Teamleitung oder jemand mit der passenden Lösung nur wenige Schritte entfernt. Kurze Express-Briefings oder Brainstorming-Sitzungen können direkt am Arbeitsplatz ohne grossen organisatorischen Aufwand abgehalten werden. Und man ist immer auf dem neuesten Stand bei wichtigen Informationen, etwa zu aktuellen Projektentwicklungen oder dem neuesten Klatsch. Doch seit der Einführung offener Bürokonzepte regt sich auch Widerstand. Die Implementierung von Elementen wie einer Sanitätsbox kann helfen, dem Bedürfnis der Mitarbeitenden nach Privatsphäre und Ruhe während der Arbeitszeit gerecht zu werden.

Eine Grösse, die niemandem so richtig passt

Mit der zunehmenden Verbreitung offener Bürokonzepte wurden auch kritischere Stimmen laut. Ja, die oben genannten Vorteile wurden unverkennbar und spürbar umgesetzt. Aber sie bringen auch einen steigenden Lärmpegel mit sich. Laut der Studie „Global Reports 2016“ von Steelcase und Ipsos werden Mitarbeitende in Grossraumbüros alle drei Minuten abgelenkt und etwa alle elf Minuten unterbrochen. Im Durchschnitt dauert es etwa 8 bis 23 Minuten, bis sie sich wieder voll auf die Aufgabe konzentrieren können. Es gibt zahlreiche Studien, in denen die befragten Mitarbeitenden über ein höheres Stresslevel, mangelnde Kontrolle über ihre Umgebung und Konzentrationsschwierigkeiten klagen.

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Der Mangel an Kontrolle über die Umgebung umfasst vor allem die Unfähigkeit, Licht und Temperatur massgeblich zu beeinflussen. Wer schon einmal in einem Grossraumbüro ein Fenster geöffnet hat, kann ein Lied davon singen. Wer in einem Raum mit vielen Kollegen arbeitet, muss einige individuelle Bedürfnisse zurückstellen. Die Daten- und Analyseexpertin Nicole Millard brachte es mit einem treffenden Satz auf den Punkt: „Das Problem bei Grossraumbüros ist, dass sie ein Einheitsgrössenmodell sind, das eigentlich niemandem so richtig passt.“

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Container style office boxes

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Der Raum im Raum

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Viele Experten glauben, dass die Zukunft der Büros in einem hybriden Konzept liegt – einer Raumplanung, die sowohl Einzel- als auch Grossraum- oder Gruppenbüros berücksichtigt. Mit Rückzugsorten, die eine ruhige und individuelle Arbeitsumgebung ermöglichen, ohne viel Platz zu beanspruchen. Und doch gibt es diese Fokus-Räume längst in allen Grössen und Variationen.
Ein führender Anbieter in diesem Bereich ist Steelcase. Für die Entwicklung ihrer Produktlinie „Quiet Spaces“ haben sie sich mit Susan Cain (Autorin von „Still: Die Kraft der Introvertierten“) zusammengetan. Sie schätzt, dass 30 % bis 50 % der Bevölkerung introvertiert sind und in einer Umgebung, die ihnen die nötigen Möglichkeiten zur Konzentration und zum Rückzug bietet, deutlich produktiver arbeiten. Aber auch extrovertierte Persönlichkeiten werden die Vorteile dieser Produkte zu schätzen wissen.

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Doch was zeichnet sie aus? Die Anforderungen der „Quiet Spaces“-Serie lassen sich auch auf Konkurrenzprodukte übertragen:

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• Die Freiheit, allein zu sein und sich ohne Ablenkung durch die anregende Arbeitsumgebung konzentrieren zu können
• Die Kontrolle über Elemente des Arbeitsplatzes
• Sensorisches Gleichgewicht: die Fähigkeit, sensorische Reize zu beeinflussen
• Das Gefühl von Sicherheit: nicht gesehen zu werden und andere nicht sehen zu müssen.
• Inspirationen in Produktform
• Da der Platz im Büro oft knapp ist, beginnen wir mit den Produkten, die die kleinste m2-Fläche haben.
• Die Telefonkabine – der ideale Ort, um wichtige oder vertrauliche Gespräche in Ruhe zu führen. Je nach Hersteller und Ausstattung verfügen sie über integriertes Licht, Belüftung sowie Strom- und USB-Anschlüsse. Der Clou: Die Wände sind beschreibbar!
• Mobile Work Lounge – diese von Steelcase entworfene Version fungiert als schützender Kokon gegen visuelle Ablenkungen im Büro. Die verstellbare Sitz- und Arbeitsfläche passt sich den Bedürfnissen des Nutzers an. Das Highlight: Der Sitz ist beheizbar!
• Der Think Tank – sogenannte Think Tanks sind das Gesicht und Rückgrat der Fokus-Räume. Sie verfügen über eine autarke Belüftung, Strom und alle notwendigen Anschlüsse. Sie sind in verschiedenen Grössen und zahlreichen Ausstattungsvarianten erhältlich und lassen sich schnell auf- und abbauen. Sie bieten eine gute Schalldämmung und Platz für mehrere Personen. Die Hauptvorteile: Alle Elemente sind flexibel und bis ins kleinste Detail planbar!
• Die Meetingbox – der perfekte Rückzugsort für Sie und Ihr Team. Hier kann jeder in Ruhe nachdenken, diskutieren und arbeiten, ohne einen Konferenzraum für 15 Personen zu blockieren. Die Krönung: Es ist ein eigenständiges, kompaktes Äquivalent zum begehrten Besprechungsraum!
• Viele dieser Rückzugsorte sind mobil oder lassen sich einfach in die bestehende Raumplanung integrieren. Dies sind innovative Produkte, die Führungskräften nicht nur die nötige Ruhe, Konzentration und den Produktionsraum bieten, den das Grossraumbüro ihnen nicht geben kann. Und wie auch immer die Zukunft des Büros aussehen mag, sie werden sicherlich ein wichtiger Teil davon sein.

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In unserem anderen Artikel erfahren Sie mehr über Büroplanung.

All diese Aspekte machen deutlich: Die richtige Gestaltung Ihres Büros hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Nur eine sorgfältige Bedarfsanalyse führt zu einem erfolgreichen Gesamtkonzept, das messbare Ergebnisse bei der Produktivitätssteigerung liefert.

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Dann kontaktieren Sie uns und wir beraten Sie unverbindlich zu Ihrem aktuellen Projekt. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

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Text: Oleg Farber

Bilder: Office Snapshots

Quelle:

1 karrierebibel

2 onthescreen

3 talkboxbooth

4 newyorker

5 telegraph

6 steelcase

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